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Kehl - Auenheim

Vielfalt statt Monokultur – Ein Wald mit Zukunft

Der Kehler Stadtwald wächst – und diesmal mit einer gut durchdachten Mischung! Nach der Pflanzaktion in Achern ging es am selben Tag weiter nach Auenheim, wo wir gemeinsam mit dem zweiten Team des Überlandwerk Mittelbadens 150 weitere Bäume pflanzten. 

Diese ersetzen einen früheren Eschenbestand, der wegen des Eschentriebsterbens komplett entfernt werden musste. Um zukünftige Waldschäden zu vermeiden, setzt man nun auf eine bunte Mischung aus Nussbaum, Platane, Baumhasel und Feldahorn. Falls eine dieser Baumarten mit den kommenden Klimabedingungen nicht klarkommt, übernehmen die anderen – so bleibt der Wald stabil und wächst gesund weiter.

Die neuen Bäume wurden abwechselnd in einem 3 × 3 Meter-Abstand in Reihen gepflanzt. Diese Methode sorgt dafür, dass die Fläche schnell wieder grün wird, verhindert aber gleichzeitig Monokulturen. Die Baumarten ergänzen sich gegenseitig, und je nach Wachstumszeit wird der Feldahorn als erstes geerntet – während andere Bäume noch viele Jahrzehnte weiterwachsen.

Die Bodenverhältnisse sind nicht ganz einfach: Der Untergrund besteht aus einer Mischung aus Kies und Schwemmsand, was bedeutet, dass Wasser nicht so gut gespeichert wird wie in einem klassischen Auwald. Früher war das Gebiet Teil eines Flutungsgebietes mit Altrheinarmen – doch durch die Rheinbegradigung hat sich die Bodenstruktur verändert.

Damit die jungen Bäume nicht von konkurrierenden Pflanzen überwuchert werden, wird die Fläche zweimal im Jahr gepflegt. Die Wuchshüllen bleiben etwa fünf bis zehn Jahre bestehen und werden entfernt, sobald die Stämme stark genug sind – danach werden sie für weitere Pflanzungen wiederverwendet.

Eigentlich war den ganzen Tag Regen angesagt – doch während wir gepflanzt haben, schien die Sonne und machte die Arbeit auf der offenen Fläche richtig angenehm. Kaum war der letzte Baum in der Erde, setzte der Regen ein – erst gutes Wetter für uns, dann der perfekte Guss für die frisch gepflanzten Setzlinge. Ein echter Win-Win-Moment!

Ein großes Dankeschön an Markus Gutmann, den Revierleiter des Kehler Stadtwaldes, an Dominic Ross und Noel Waltersbacher vom Waldservice Ortenau eG sowie an Sandra Tömmes, die als Ortsvorsteherin von Auenheim ebenfalls tatkräftig mitgepflanzt hat!